elitec Wärmetechnik und Kabelmanagement
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Dachrinnenheizungen: Schluss mit "Eiszeit" für die Dachrinne

Dachrinnen sorgen dafür, dass ablaufendes Regenwasser durch einen Trichter über ein Fallrohr oder eine Regenablaufkette kontrolliert abgeleitet wird. Somit werden Wasserschäden am Gebäude vermieden und zudem kann in Zisternen oder Regentonnen Wasser für die Gartenbewässerung gesammelt werden.
 
Was im Sommer problemlos funktioniert, kann im Winter zu einer wahren Herausforderung werden, denn durch die niedrigen Temperaturen friert das Schmelzwasser in der Dachrinne und kann nicht mehr geregelt abfließen. Dadurch entstehen Frostschäden an der Fassade, Rohre können platzen und es bilden sich gefährlich herabhängende Eiszapfen.
 
Dachrinnenheizungen können hier Abhilfe schaffen – sie werden direkt in die Dachrinne gelegt und sorgen dafür, dass diese eisfrei bleiben, Schäden an Fassade und Dachrinne vermieden und Passanten nicht durch herabfallende Eiszapfen verletzt werden. Sie gewährleisten somit auch in der kalten Jahreszeit einen sicheren Wasserablauf.
 

Wo können Dachrinnenheizungen eingesetzt werden?

Für die Beheizung von Regenrinnen werden sogenannte selbstlimitierende Heizbänder eingesetzt.
 
Diese sind
  • widerstandsfähig,
  • von der Rolle abschneidbar und können somit zentimetergenau an die Dachrinnenlänge angepasst werden
  • sparsam im Verbrauch (in Verbindung mit einer entsprechenden Regelung) und
  • haben eine lange Lebensdauer 
Frostschutzheizungen können grundsätzlich für alle Dachrinnen, Sammelrinnen und Fallrohre rund um Einfamilienhäuser, Hotels, Carports, Zubauten etc. eingesetzt werden.
 

Was bedeutet selbstlimitierend?

Der spezielle Aufbau des Heizbandes sorgt dafür, dass sich Widerstand und Leistung je nach Umgebungstemperatur anpassen (=selbstlimitierend).
In der Praxis bedeutet das: je kälter die Umgebungstemperatur, desto höher die Heizleistung und desto geringer der Widerstand. Steigt die Temperatur, kehrt sich dieser Prozess wieder um.

Diese spezielle Eigenschaft verhindert ein Überhitzen, sodass das Heizband auch über Kreuz verlegt werden könnte, ohne dass es beschädigt wird.
Dadurch ergibt sich auch, dass dasselbe Heizkabel im Betrieb nicht zwangsläufig an allen Stellen die gleiche Heizleistung aufweisen muss (z.B. bei umlaufender Verlegung: Temperaturunterschied Nord-/Südseite).
 
Bei einem Heizband der Type SLB20 wird die maximale Heizleistung von 36 W pro Laufmeter bei einer Umgebungstemperatur von 0°C im Eiswasser erreicht.
 

Worauf muss beim Kauf einer Dachrinnenheizung geachtet werden?

Wie bei allen Arten von Elektroheizungen ist eine gute, durchdachte Planung bereits die halbe Miete, daher müssen vor dem Kauf einer Dachrinnenheizung folgende Punkte evaluiert werden:
  • Anzahl der zu beheizenden Dachrinnen und / oder Fallrohre
  • Durchmesser / Breite der Dachrinne und / oder des Fallrohrs
  • Länge à Wie viele Meter möchte / muss man beheizen?
  • Wie viele Meter an Zuleitung (=Kaltleiter) werden benötigt?
  • Sind Abzweigungen vorhanden?
  • Absicherung*
  • Welche Regelung möchte man verwenden?
Wurden alle Infos gesammelt, kann die weitere Planung erfolgen:
Anzahl und Länge der benötigen Heizbänder wird ermittelt und es wird festgelegt, wie viele Meter Zuleitung für den Stromanschluss erforderlich sind.
 
Wichtig:

Die maximal zulässige Heizkreislänge muss unbedingt beachtet werden. Sie richtet sich nach vorgegebenem Spannungsfall (empfohlen max. 10 %) und vorgegebener Sicherung (*empfohlen wird ein 16A Automat mit C-Charakteristik, 80 % Auslastung). Die maximal zulässigen Heizkreislängen können dem Datenblatt für das jeweilige Heizband entnommen werden.
 
Je nach Breite der Dachrinne wird festgelegt, ob eine 1-fach Verlegung ausreichend ist oder für eine Mehrfachverlegung kalkuliert werden muss.
  • Breite bis 150 mm: 1-fach Verlegung
  • Breite bis 200 mm: 2-fach Verlegung
  • alle weiteren 100 mm: eine zusätzliche Heizschleife 





Sind Fallrohre vorhanden, muss im Vorfeld noch die Anzahl der Y-Abzweigungen und Haltebleche ermittelt werden. Bei Fallrohren bis 15 m ist die Abhängelänge frei, darüber hinaus ist ein Drahtseil für die Abhängung der Heizleitung zu verwenden.

 

Montage von Dachrinnenheizungen

Vor der Verlegung muss der Isolationswiderstand der Heizleitung geprüft und die Dachrinne gesäubert und von scharfen Gegenständen befreit werden. Weiters ist zu beachten, dass genügend Abstand zu heißen Gebäudeteilen, wie z.B. Schornsteinen, Rohrleitungen etc. eingehalten werden kann, damit die maximale Umgebungstemperatur für das Heizband nicht überschritten wird.
 
Um bei Eintritt eines Fehlerstromflusses Sach- oder Personenschäden zu vermeiden, muss ein FI-Schutzschalter (30 mA) eingesetzt werden.
 
Um mechanische Beschädigungen zu vermeiden, darf das Heizband während der Verlegung nicht geknickt werden. Daher ist bei einer Mehrfachverlegung der mindeste Biegeradius von 25 mm einzuhalten. Bei Mehrfachverlegung ist der Abstand der Heizleitung zu gewährleisten (z.B. mittels Lochband).
Die Heizleitung muss flach in der Dachrinne verlegt werden.
Für den Übergang in Fallrohre ist ein Halte- und Kantenschutzblech zu verwenden, um eine Beschädigung des Heizleiters zu vermeiden und die Fixierung des Heizkabels beim Übergang von der Rinne auf das Rohr zu gewährleisten. Weiters müssen alle Abläufe beheizt werden, damit auch diese eis- und schneefrei bleiben und das Abtauen gewährleistet ist. Fallrohre sind bis 1,0 m unter Bodenniveau zu beheizen (Forstgrenze).
 
Mit einem Schnellverbinder (El-Clic) können ein, zwei oder drei selbstregulierende Heizleitungen an die Stromversorgung angeschlossen, ein T-Abzweig gemacht oder zwei bzw. drei Heizleitungen miteinander verbunden werden. Der Schnellverbinder darf nicht direkt in der Dachrinne verlegt werden.
 

Ist die Montage abgeschlossen, sollte die Heizleitung nochmals hinsichtlich mechanischer Beschädigungen und Isolationswert geprüft werden. Unabhängig von der Heizkreislänge darf der Isolationswert 20 MOhm nicht unterschreiten.
 

elitec-Expertentipp:

Planung, Konfektionierung und Montage einer Dachrinnenheizung sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden, damit die Heizung allen Vorgaben entspricht, alle Anschlüsse korrekt verbunden sind, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann und auch das gewünschte Ergebnis – nämlich eine schnee- und eisfreie Dachrinne – erzielt wird.
 

Regelung von Dachrinnenheizungen

Um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden und eine reibungslose Funktion zu gewährleisten, sollte eine Dachrinnenheizung stets mit einer übergeordneten Regelung betrieben werden. Der Betrieb ohne Regelung ist nicht zu empfehlen, da die Heizung in diesem Fall auch im Sommer bei heißen Temperaturen eingeschaltet ist und das Heizkabel so Schaden nehmen kann.
 
Generell kann zwischen Thermostaten unterschieden werden, welche lediglich die Außentemperatur messen und Geräten, die sowohl Temperatur als auch Feuchtigkeit erkennen und entsprechend ein- bzw. ausschalten.
 
Je nach Größe der Anlage gibt es unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Empfehlungen.
 
Für kleinere Anlagen
  • Doppelregler 1893 mit NTC-Fühler
  • Doppelthermostat DTR-3102 mit Bimetall-Fühler
  • Dachrinnenregler 9573 mit NTC-Fühler

Diese Thermostate sind sehr einfach gehalten, heizen nach eingestellten Temperaturwerten (Ein- und Ausschalttemperatur) und es wird keine Feuchtigkeit gemessen. D.h. die Heizung geht auch bei trockener Kälte in Betrieb, bei der es zu keiner Eisbildung kommen kann.
 


Für größere Anlagen:
  • Eis- und Schneemelder 1773
  • Eis- und Schneemelder 1871 

Die Eis- und Schneemelder sind mit einem Kombifühler zur Feuchte- und Temperaturmessung ausgestattet. Die Installation ist zwar etwas aufwändiger, allerdings sind diese aufgrund der Messgenauigkeit stromsparender und effektiver.
 

elitec-Expertentipp:

Der Sensor sollte in der Nähe des Fallrohrs bzw. Ablaufs montiert werden, sodass ablaufendes Tauwasser darüber abfließen kann.
 

Was noch beachtet werden sollte 

  • Die Heizung muss im Sommer ausgeschaltet werden.
  • Beschädigte Heizleitungen dürfen nicht in Betrieb genommen werden und müssen ausnahmslos komplett ausgetauscht werden.
  • Es wird empfohlen, in regelmäßigen Abständen (mind. jährlich vor Wintereinbruch) eine Sichtkontrolle sowie eine Überprüfung des Isolationswiderstandes durch geschultes Fachpersonal durchführen zu lassen.
  • Die Dachrinne sollte in regelmäßigen Abständen hinsichtlich Verunreinigungen geprüft und ggf. gereinigt werden, um Schäden an der Heizleitung zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. 


 
 

Exkurs

 Aufgrund der Typenvielfalt können selbstlimitierende Heizbänder für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden.
 
Dazu zählen beispielsweise Rohrbegleit- und Tankheizungen, Temperaturhaltung unterschiedlicher Medien (Wasser, Öl, Fett, Gas,…), Frostschutz bei Kühlraumtüren und noch vieles mehr.
 
Auch hier gilt die Devise: Planung und Ausführung sollte immer der Fachmann übernehmen!
 
Lesen Sie zum Thema Rohrbegleitheizung unseren Expertenartikel „Was man über elektrische Rohrbegleitheizungen wissen sollte“.
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Autor: Karl Möstl
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