Elektrische Hallenheizung - Vollständige oder teilweise Beheizung von Hallen
Elektrische Hallenheizungen werden zur Vermeidung von Frost und Feuchtebildung im Bauwerk und bei Produkten oder zur Schaffung von angenehmen Arbeitstemperaturen für Mitarbeiter eingesetzt. Um das optimale Heizsystem für eine Halle zu finden, müssen jedoch einige Punkte berücksichtigt werden.
Es gibt drei unterschiedliche Arten der Beheizung:
Vollheizung
Alles innerhalb der Halle/Gebäudehülle wird beheizt und konstant auf einer definierten Solltemperatur gehalten. Man kompensiert die über Wände, Decken, Böden oder Fenster auftretenden Wärmeverluste, indem man diese Wärme im Gebäude mit einem Heizsystem erzeugt. Zur Bestimmung der passenden Heizleistung (Heizlast) benötigt man daher die Aufbauten der Wände, Böden, Decken, ggf. Fenster und Tore.
Raumweise Beheizung
Werden nur einzelne Räume in der Halle beheizt, muss die Ermittlung der benötigten Heizlast für jeden Raum separat durchgeführt werden. Auch hier sollen Verluste, die über die Hülle bzw. durch Luftzirkulation auftreten, mittels Heizung kompensiert werden.
Zur Dimensionierung bzw. Ermittlung der benötigten Heizleistung werden folgende Angaben benötigt:
- Aufbau der Wände, die den Raum bilden
- Aufbau der Decke
- Aufbau des Bodens
Weiters muss bei der Leistungsermittlung die Lage des Raumes berücksichtigt werden – sprich, ob der Raum an andere beheizte oder unbeheizte Räume oder an Außenwände grenzt. Häufig auftretende Luftzirkulation (z.B. durch Tore, Abluftanlagen, Belüftungsanlagen etc.) muss bei der Dimensionierung ebenfalls einkalkuliert werden.
Generell gilt: je niedriger die Ziel- bzw. Solltemperatur, desto weniger Heizleistung wird benötigt.
Je detaillierter die Angaben, umso genauer die Berechnung!
Speziell bei der Vollbeheizung einer Halle ist es wichtig, die Leistung mit möglichst genauen Angaben zu ermitteln, da sich Fehler aufgrund der meist großen Flächen entsprechend stark multiplizieren. So kann man z. B. für eine Halle mit 12 m x 18 m x 6 m eine Heizleistung von 100 kW benötigen, wenn deren Wände aus Stahlbeton und unisoliert sind. Ist die gleiche Halle mit 12 cm dicken Sandwich-Paneelen isoliert, benötigt man nur eine Leistung von 18 kW und somit weniger als ein Fünftel der Stahlbeton-Halle.
"Schätzen" ist hier daher meist der falsche Weg!
EXPERTENTIPP:
Schicken Sie uns den Einreichplan/Bauplan inkl. Aufbauten der Wände, Decken, Böden, Tore, Fenster, Ziel- bzw. Solltemperatur und die Lage des Gebäudes. Wir berechnen und beurteilen in Anlehnung an die EN12831 die notwendige Heizlast und können darauffolgend eine grobe Aufteilung der benötigten Paneele vornehmen und ein entsprechendes Angebot ausarbeiten.
Zonenheizung
Hier werden nur bestimmte, klar definierte Bereiche in einer Halle geheizt bzw. direkt mit IR-Wärmewellen "bestrahlt".
Zur Veranschaulichung:
Steht man an einem kalten Tag in der Sonne ohne zu Frieren, liegt das am Auftreffen von Infrarot-Wärmewellen auf Körper und Kleidung und nicht an der Erwärmung der Luft. In diesem Fall ist daher nur bedingt von einer „Beheizung“ zu sprechen. Viel eher handelt es sich um eine „Bestrahlung“ wie bei einem Sonnenbad. Würde man hierfür Luftheizgeräte einsetzen, würde sich die erwärmte Luft vom Zielbereich sofort wieder nach oben verflüchtigen.
Aus diesem Grund eignen sich zur Zonenheizung speziell
Infrarot-Hochtemperatur-Platten oder Infrarot-Strahler mit hohem Infrarotanteil (= hohe Abstrahltemperaturen), die genau auf den Zielbereich ausgerichtet sind.
Hochtemperaturpaneele "IRSB"
IRSB-Hochtemperatur-Infrarotpaneele wurden speziell für gewerbliche Anwendungen entworfen und bieten Leistungen von 900 W bis 3.600 W. Die hohen Oberflächentemperaturen (Abstrahltemperaturen) von 320°C bis 420°C lassen diese Paneele in den Bereich der Infrarot C-Wellen-Dunkelstrahler fallen. Das bedeutet, dass trotz guter Infrarot-Ausbeute (= hoher Strahlungswirkungsgrad) kein Rotlicht von der Platte emittiert wird.
Diese Paneele sind als Hallen-Vollheizung, zu raumweiser Hallenbeheizung oder als direkte Zonenheizung einsetzbar und somit richtige Allrounder!
Beim Einsatz als
Vollheizung oder raumweiser Heizung, werden die IRSB je nach Leistungstyp und Anwendungsfall üblicherweise
in Höhen von 4-6 m montiert. Bei Verwendung der IRSB als
Zonenheizung - also zur Direktbeheizung/Direktbestrahlung von Arbeitsplätzen – werden diese, je nach Leistungstyp, in einer
Montagehöhe von 3-4 m angebracht.
Abbildung: Leistungsverteilung und Temperaturverteilung einer IRSB 3600W bei einer Montagehöhe von 4 m
EXPERTENTIPP:
Hängen Sie die IRSB-Hochtemperatur-Strahlungsplatten bei einer Zonenbeheizung mit Ketten von der Decke ab und lassen sie dabei etwas Kabel- und Kettenreserve. Je nach Wohlfühlempfinden lässt sich diese dann noch nach oben oder unten variieren und damit die Intensität der Wärme ändern.
IRSB mit 3.600 Watt bestehen aus 3 Röhren zu je 1.200 Watt (230/400-3N). Schalten Sie mit einer einfachen Beschaltung z.B. die mittlere Röhre weg und reduzieren Sie dadurch die IR-Bestrahlung beim Einsatz als Zonenheizung um ein Drittel, wenn es nicht notwendig ist, auf voller Stufe zu heizen.
Als Richtwert zur Zonenheizung in Hallen kann bei den IRSB-Hochtemperatur-Strahlungsplatten von 300 W bis 400 W pro m² zu bestrahlender Zonen-Fläche ausgegangen werden.
Infrarot-Heizstrahler
IR-Strahler können nur als Zonenheizung eingesetzt werden. Die Serien Aqua und Supra liefern eine äußerst große Menge an Infrarot-Wärmewellen und verfügen auch über einen Teil Rotlicht im Spektrum. Die hohen Abstrahltemperaturen der Röhre von über 1.000°C lassen diese IR-Strahler in den IR-Bereich A+B (nahes und kurzwelliges) Infrarot fallen und der Strahlungswirkungsgrad von >90% zeigt, welch hohe Ausbeute von Strahlungsleistung man für jedes Watt zugeführter elektrischer Leistung bekommt.
Typische Anwendungen sind z.B. das Beheizen von einzelnen Arbeitsplätzen wie Packtischen oder Maschinenarbeitsplätzen. Die Raumluft wird dabei nicht erwärmt, im Strahlungsbereich bildet sich eine Zone in der die operative Temperatur (= empfundene Temperatur) durch den hohen IR-Anteil steigt und gut temperierte Arbeitsbedingungen ermöglicht.
Als Richtwert zur Zonenheizung in Hallen kann bei diesen Strahlern von 150 W bis 200 W pro m² zu bestrahlender Zonen-Fläche ausgegangen werden.
Eine genaue Betrachtung der Anforderungen und der Ausgangslage lohnt sich immer.
Das Team von elitec findet auch für Ihre Beheizungsaufgaben passende Lösungen!
Autor:
Roman Kräuter
Artikel angelegt: 20.01.2022