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Elektrische Fußbodenheizung vs. Wassergeführte Fußbodenheizung - Vorteile & Unterschiede

Schon die alten Römer wussten, dass wohlig warme Füße das Wohlbefinden steigern und Fußbodenheizungen eine ideale Wärmequelle darstellen. Damals noch bekannt als „Hypocaustum“ und großteils eingesetzt in Thermen und öffentlichen Bädern, ist die Fußbodenheizung in der heutigen Zeit aus unseren Wohnräumen kaum mehr wegzudenken.

Doch was gibt es zu beachten und welche verschiedenen Arten gibt es? Im nachstehenden Artikel werden die Unterschiede, Vorteile und Möglichkeiten von elektrischen und wassergeführten Heizsystemen erläutert.
 

Zunächst aber zur Grundsatzfrage:
Fußbodenheizung Ja oder Nein?

Diese Frage kann aufgrund mehrerer Faktoren klar mit „JA“ beantwortet werden.

Ja, wenn…
 
  • … eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum erreicht werden soll.
  • … angenehm temperierte Fußböden kein bloßer Traum bleiben sollen.
  • … auf die Montage von oft unschönen, klobigen Heizkörpern verzichtet werden kann.
  • … bei der Gestaltung des Innendesigns genügend Freiraum gewünscht wird.



Welche Arten von Fußbodenheizungen gibt es?

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen wassergeführten und elektrischen Fußbodenheizungen. Bei wassergeführten Systemen fließt warmes Wasser durch das Rohrsystem, welches zunächst den Estrich aufheizt. Durch die aufsteigende Wärme wird so der Raum erwärmt.

Die elektrische Fußbodenheizung erzielt dasselbe Ergebnis durch die Verwendung von Heizmatten oder- folien mit eingearbeiteten Heizleitern, welche direkt unter dem Bodenbelag verlegt werden.


 

Die Verlegung

Auch wenn das Grundprinzip ähnlich ist, so zeigen sich doch gerade bei der Verlegung bereits deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen.

Die elektrische Fußbodenheizung kann schnell und unkompliziert im Fliesenkleber oder in Ausgleichsmasse verlegt werden. Durch den Aufbau der Heizmatte wird das Bodenniveau nur unwesentlich erhöht und für den Anschluss einer elitec Fußbodenheizung ist beispielsweise lediglich eine 230 V Spannungsversorgung erforderlich.

Im Gegenzug dazu ist für die wassergeführte Fußbodenheizung ein wesentlich größerer Aufwand erforderlich: Rohre (zumeist aus Kunststoff) werden im oder unter dem Heizestrich verlegt. Zur Wärmeverteilung ist zudem ein Heizkreisverteiler notwendig, bei dem die einzelnen Heizkreise mit Vorlauf und Rücklauf angeschlossen werden. Mittels Ventilen erfolgt dann der hydraulische Abgleich, welcher eine gleichmäßige Wärmeverteilung sicherstellt. Zur Erwärmung des Wassers wird zudem ein Heizkessel oder eine Wärmepumpe etc. benötigt.



Für beide Systeme gilt gleichermaßen: der verlegte Bodenbelag muss für den Betrieb einer Fußbodenheizung geeignet sein – d.h. er sollte wärmebeständig und wärmedurchlässig sein.

Die maximale Bodentemperatur ist gemäß den Angaben des jeweiligen Bodenbelag-Herstellers zu beachten.

 

Nachträgliche Umrüstung / nachträglicher Einbau

Speziell die Themen Sanierung und nachträglicher Einbau sollten bei der Wahl eines passenden Heizsystems berücksichtigt werden. Die nachträgliche Umrüstung auf eine wassergeführte Fußbodenheizung stellt ein ziemlich umfangreiches Projekt dar, da Böden und Wände aufgestemmt, neue Leitungen und Rohre verlegt und ein neuer Estrich aufgebracht werden muss. Häufig muss in diesen Fällen auch der Heizkessel erweitert oder erneuert werden, was wiederum mit hohen Kosten für Anschaffung und Installation verbunden ist. Aus diesen Gründen eignet sich eine wassergeführte Fußbodenheizung eher für Neubauten oder größere Projekte.

Elektrische Fußbodenheizungen lassen sich auch nachträglich gut verlegen und integrieren. Meist muss dafür nur der alte Bodenbelag entfernt werden. Danach wird die Heizmatte verlegt und verspachtelt und der neue Bodenbelag darauf verlegt. Voraussetzung für den Anschluss ist eine 230 V Spannungsversorgung – hier sollte aber auf jeden Fall mit dem Elektriker die benötigte Leistung und Anschlussmöglichkeit im Vorfeld geklärt werden.

 

Der Betrieb

Elektro-Bodenheizungen haben unter anderem durch die geringe Einbautiefe wesentlich schnellere Aufheizzeiten als wassergeführte Systeme, welche eher träge auf Temperaturänderungen etc. reagieren. Somit kann die Elektrovariante auch in der Übergangszeit relativ rasch für angenehme Wärme sorgen. Zudem bieten sich bei der wassergeführten Heizung meist wenig Einstellmöglichkeiten (näheres dazu im Punkt „Gesamtsteuerung vs. Einzelraumregelung“).

Ein Punkt, der häufig außer Acht gelassen wird ist, dass bei elektrischen Bodenheizungen kein Risiko für etwaige Wasserschäden besteht. Und teure Wartungen und Kosten für den Rauchfangkehrer kann man sich getrost sparen. Intelligente Regelsysteme sorgen außerdem für einen effizienten, sparsamen Betrieb der Heizung.

Tipp:
Die als angenehm empfundene Temperatur des Fußbodens liegt zwischen 27°C und 29°C.

 

Gesamtsteuerung vs. Einzelraumregelung

Wassergeführte Heizsysteme werden meist zentral gesteuert und es lassen sich für einzelne Räume keine „Wunschtemperaturen“ festlegen. Die Gesamtregelung erfolgt meist über ein Thermostat und / oder einen Außenfühler. Das Thermostat wird oftmals im Wohnzimmer, welches in den meisten Fällen südseitig liegt und viel Fensterfläche hat, montiert. Diese Räume werden durch die Sonneneinstrahlung speziell in der Übergangszeit relativ schnell erwärmt. Nordseitige Räume bleiben hingegen kühl, da für deren Erwärmung eine Aktivierung der gesamten Heizung notwendig wäre. Eine Umstellung auf Einzelraumregelung ist in der heutigen Zeit mittels einfachen Funklösungen und Stellantrieben möglich.


Die elektrische Fußbodenheizung wird mittels Einzelraumsteuerung reguliert. So kann schnell, unabhängig von anderen Räumen und ohne großen Aufwand auf kurzfristige Temperaturänderungen reagiert werden. Dies ermöglicht einen effizienten, individuellen Betrieb der Heizung, da beispielsweise in Schlafzimmern meist deutlich geringere Temperaturen benötigt werden als im Badezimmer.

Tipp:
Der richtige Einsatz und eine bedarfsgerechete Steuerung und Regelung der Fußbodenheizung ermöglicht einen sparsamen und effizienten Heizbetrieb.
Nähere Infos zu den vielfältigen Möglichkeiten (analoge oder digitale Thermostate, Funkregelung, Smart Home Lösungen,...) finden Sie im Expertenartikel "Effizient Heizen mit der richtigen Regelung".

 

Was ist beim Kauf bzw. der Planung zu beachten?

Die Entscheidung für eine neue Heizung sollte in jedem Fall gründlich überdacht werden. Bei der Anschaffung einer neuen Fußbodenheizung sollten daher folgende Punkte unbedingt beachtet werden:
 
  • Handelt es sich um einen Neubau oder eine Sanierung?
  • Im Falle einer Sanierung: wie sieht der aktuelle Bodenaufbau aus?
  • Welche Räume sollten beheizt werden (Raumart / Raumgröße)?
  • Welche Heizleistung wird benötigt?
  • Gibt es Bereiche, die nicht beheizt werden dürfen (z.B. Küchenzeile, Badewanne, Brausetasse,…)?
  • Ist der gewünschte Bodenbelag geeignet für eine Fußbodenheizung?
 

Fazit

Fußbodenheizungen haben schon lange Einzug in unsere Wohnräume gehalten und verbreiten dort angenehme, gleichmäßige Wärme. Die Entscheidung für das entsprechende System liegt häufig in der Art der Anwendung. Während in Neubauten meist die wassergeführte Variante verbaut wird, findet die elektrische Fußbodenheizung durch die schnelle und unkomplizierte Verlegung vor allem bei Sanierungen und nachträglichen Einbauten Verwendung.

 

Experten-Tipp:

Eine elektrische Fußbodenheizung eignet sich ideal in Verbindung mit einer Infrarotheizung – egal, ob bei Sanierung oder Neubau. Durch die Kombination dieser Heizsysteme ist weniger Leistung zum Erreichen der Heizleistung nötig. Die Anschaffungskosten sind überschaubar und die Heizung kann kurzfristig bei Kälteeinbrüchen in Betrieb genommen werden.

Nähere Infos zum Thema „Infrarotheizung“ finden Sie in weiteren interessanten Artikeln in unserer Expertenecke.


Weiterführende Infos zu den Produkten:
Katalog Elektrische Heizsysteme
News
Autor: Roman Kräuter
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